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Das Medizinrad der schamanischen Kernstruktur
- Medizinräder kommen aus den Lehren der indigenen Völker Nord- und Südamerikas. Sie sind eine gute Möglichkeit, um Zusammenhänge besser zu verstehen. Sie werden mit Elementen, Himmelsrichtungen bzw. Farben beschrieben. Wer sich mehr für Medizinräder interessiert, dem empfehlen wir unsere Online-Akademie: Der Unsichtbare Schamane. Hier stellen wir ein Medizinrad vor, das den gemeinsamen Bogen jener Eigenschaften verdeutlicht, die SchamanInnen auf der ganzen Welt vereint. In vielen der Schamanischen Wochentipps werden Sie die Ausrichtung auf diese schamanischen Eigenschaften erkennen
Die Kernstruktur der Schamanen
Wenn von Schamanen die Rede ist, dann denken viele gleich an Trancezustände, Reisen zwischen verschiedenen Welten, außerkörperliche Erfahrungen, Wunderheilungen, an mysteriöse Gestalten in Tierfellen, mit Federn am Kopf, archaischen Körperbemalungen und großen Trommeln.
All das ist grundsätzlich nicht falsch, doch es ist nur ein sehr kleiner Ausschnitt dessen, was Schamanismus wirklich ausmacht. Gerade aus diesen Klischeevorstellungen heraus wird Schamanismus oft auch geringschätzig oder abfällig beurteilt. In vielen Kulturen und Völker rund um den Erdball haben schamanische Traditionen einen festen Bestandteil innerhalb der Gemeinschaft. Schamanismus ist seit zehntausenden von Jahren Teil der menschlichen Kultur. So unterschiedlich die Praktiken und Herangehensweisen von schamanisch arbeitenden Menschen von Sibirien bis Australien, von den Anden bis zu den Alpen, von Afrika bis Alaska sind – so gibt es doch einige sehr grundlegende Gemeinsamkeiten: Schamanische Tätigkeiten sind immer gesellschaftsbezogen. Die Zielsetzungen von SchamanInnen sind altruistisch. Schamanismus wirkt in vielfältiger Weise auf einer sozialen Ebene, die dem Wohle der Gemeinschaft dient. In traditionellen Kulturen wird schamanische Arbeit quasi als Institution der Gesellschaft von dieser nicht nur in Anspruch genommen sondern auch kontrolliert.
Oftmals vereinen SchamanInnen viele Funktionen, die unsere moderne Gesellschaft auch – wenn auch in voneinander sehr getrennten Berufsgruppen – kennt:
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Medizinischer und psychotherapeutischer Beistand, Heilung,
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mediatorische und rechtliche Handlungen,
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spirituelle und zeremonielle Tätigkeiten und die Verbindung zu „höheren, göttlichen“ Wesen, AhnInnen, anderen Bewusstseinsebenen
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Vermittlung von Unterhaltung und Attraktionen,
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Bewahrung, Weitergabe und Lehre von Geschichte und Traditionen,
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Erstellen von Prognosen, Prophezeiungen
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Beratung bei politischen Entscheidungen und einiges mehr
Schamanische Tätigkeit bedeutet für die Gruppe als Ganzes wie für deren einzelne Mitglieder immer die Sicherung und Steigerung des Lebens und der Lebensqualität.. 
Die Methoden, die dazu angewandt werden, könnten allerdings unterschiedlicher nicht sein. Es werden abgespaltene Seelenanteile zurückgeholt, mit Geistern, Krafttieren, Ahnenwesen und Gottheiten Kontakt aufgenommen, gerasselt, getrommelt, gesummt, getanzt, Reisen hinauf und hinunter am Schamanenbaum, in tiefste Unterwelten und entfernteste Galaxien zurückgelegt, mit Schnaps herumgesprüht, mit rohen Eiern gearbeitet, Sandbilder hergestellt, aus Eingeweiden gelesen, in Trancen gefallen u.v.m.
Worum es dabei immer geht, ist das Gleichgewicht der aufbauenden und abbauenden Kräfte in den einzelnen Individuen, in der Gesellschaft und letztlich im Universum zu erhalten. Was die alten schamanischen Traditionen heute wieder für viele Menschen so attraktiv macht, ist vor allem der Wunsch, sich einen Erlebnisraum zu schaffen, wo Seele, Natur und Universum noch eins sind, die Sehnsucht danach, „im Einklang zu sein“. Es geht hier jedoch viel weniger um schamanische Praktiken sondern vielmehr um eine schamanische Haltung und Lebenseinstellung, die unserer heutigen Zeit entspricht und für die Lebensumstände einzelner passend ist. Daher ist es uns als „Unsichtbare Schamanen“ wichtig, nicht bei der Nachahmung archaischer Techniken und Zeremonien zu verharren, die für andere Völker und zu andern Zeiten sinnvoll und richtig waren.
Schamanisch tätige Menschen aus vielen Traditionen haben einen Jahrtausende alten Wissens- und Erfahrungsschatz bis in unsere Zeit gehütet. Von ihnen können wir lernen. Aus Respekt vor ihrer Tradition sollten wir allerdings genau überprüfen, wieweit wir diese unbesehen und unreflektiert in unser Leben verpflanzen.
Schamanisch interessierte Menschen wollen heute vor allem für sich Ressourcen zur Gestaltung einer erfüllenden Alltagswirklichkeit finden. In weiterer Folge geht es vielen natürlich darum, diesen erfüllenden Raum auch auszuweiten und andere daran teilhaben zu lassen.
Es wird aus alten schamanischen Traditionen berichtet, dass Menschen am Weg zum Schamanen, zur Schamanin schwierigen Initiationsprozessen unterworfen wurden, lange Lehrzeiten hatten, viele Prüfungen (bei denen es oft auf Leben oder Tod ging) zu bestehen hatten.
Diese Menschen wurden daher auch als etwas ganz besonderes angesehen – weise, standhaft, unverletzbar, mit der Fähigkeit, aus ihrem tiefen Innersten zu schöpfen und große Zusammenhänge zu erkennen.
Was war das besondere an ihnen, was befähigte sie, sich Schamane/Schamanin nennen zu dürfen? Wir sind dieser Frage nachgegangen und haben recherchiert, was schamanisch lebende und handelnde rund um den Erdball verbindet.
Zu allererst: Ein Schamane, eine Schamanin zu sein, ist nie etwas, was fertig ist, dies ist immer ein Prozess! Auch nach noch so schwierigen Prüfungen, nach einer noch so langen Lehrzeit hören sie nicht auf, sich weiter zu entwickeln, für Neues offen zu sein, ihr Wissen zu vertiefen.
Bei traditionellen wie bei „neuen“ SchamanInnen beginnt die Initiation immer mit einem Versprechen sich selbst gegenüber: Dem Wunsch und die Absicht, von jedem Punkt des Lebens dorthin zurück zu kehren, wo die Gestaltung des eigenen Leben in Selbstverantwortung und Wachstum möglich ist.
Dies beinhaltet eine Haltung, eine innere Einstellung, die im Folgenden in 9 besonderen Merkmalen auf einem Medizinrad zusammengefasst wird.
Anregungen, Beispiele und Übungen, wie man diese schamanische Grundhaltung in ihren verschiedenen Ausprägungen unterstützen kann, finden sich in den schamanischen Wochentipps.
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Das Medizinrad der schamanischen Kernstruktur
- Medizinräder kommen aus den Lehren der indigenen Völker Nord- und Südamerikas. Sie sind eine gute Möglichkeit, um Zusammenhänge besser zu verstehen. Sie werden mit Elementen, Himmelsrichtungen bzw. Farben beschrieben. Wer sich mehr für Medizinräder interessiert, dem empfehlen wir unsere Online-Akademie: Der Unsichtbare Schamane. Hier stellen wir ein Medizinrad vor, das den gemeinsamen Bogen jener Eigenschaften verdeutlicht, die SchamanInnen auf der ganzen Welt vereint. In vielen der Schamanischen Wochentipps werden Sie die Ausrichtung auf diese schamanischen Eigenschaften erkennen.
Süden:
Innere Balance und emotionales Gleichgewicht
Um dazu zu gelangen müssen Verletzungen (vor allem jene aus der Kindheit) weitestgehend aufgearbeitet und gelöst sein. Wenn äußere Umstände und Menschen, mit denen wir es zu tun haben, sofort Erinnerungen an negative Erlebnisse und Erfahrungen und damit einen Zustand emotionaler Aufgewühltheit, persönlicher gefühlsmäßiger Beteiligung auslösen, dann sind besonnene Handlungen nicht möglich. SchamanInnen aller Richtungen zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich im Zentrum ihres Handels befinden. Auch wenn Unvorhergesehenes geschieht, sind sie fähig, ihr inneres Gleichgewicht zu halten und mit Gleichmut weiter zu agieren. Das „Handwerk der Magie“ zeichnet sich in zahlreichen Lehren ausschließlich durch folgende Komponenten aus: das Bestehende erkennen und benennen und anschließend je nach Bedarf: hilfreiches zu rufen, Binden, Bannen, Wandeln, Lösen. Doch alle diese Strategien und Übungen haben die Ausrichtung darauf, letztlich zu einer inneren Haltung zu gelangen, in der jedes Tun sich erübrigt. Ein Ziel der schamanischen Wochentipps ist es daher, eine neutrale innere Haltung einnehmen zu können – egal in welches Energiefeld, in welche Umgebung sich schamanisch lebende Menschen begeben, egal mit welchen Menschen und Umständen sie zu tun haben.
Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, haben Sie im Audio- Workshop „Der Unsichtbare Schamane“ in den Kapiteln „Weltbildpräger“ und „Tyrannen“ die Möglichkeit, tiefer in diese Materie einzudringen, in der es um das Aktualisieren von alten Verhaltensmustern und Glaubenssätzen geht.
Wenn wir ohne Belastungen von früheren Ereignissen Menschen ganz und gar unvoreingenommen begegnen können, Lebensumständen immer wieder ganz neu erfahren, werden wir auch nicht mehr in negativen Gedanken und Gefühlen verharren sondern die Attraktivität des Lebens in positivem Erleben und in der Ausrichtung auf lebensfördernde Aktivitäten und Gedanken suchen.
Kernsatz: Mit dem ständigen Üben aus der Balance heraus zu fallen und diese wieder zurück zu gewinnen, gewinnst du Meisterschaft
Südwesten:
Raum und Distanz – Abgrenzung
Schamanisch wirkende Menschen schaffen es einerseits, Verbindung zu den verschiedensten Daseinsformen herzustellen, andererseits können sie Distanz wahren, gegenüber allem, was gerade nicht förderlich ist. Sie schaffen Räume – mentale und physisch greifbare, in denen vielfältiges Erleben möglich wird (siehe dazu z.B. auch das Kapitel „Steinkreis legen und Flüstern der Kräfte“ im Audio-Workshop „Der Unsichtbare Schamane“). Dazu gehört auch die Kunst der Abgrenzung – äußerlich und auch in der innerlichen Haltung.Um Verbindung oder Abgrenzung herzustellen ist es unerlässlich, sich mit möglichst vielem vertraut zu machen. Erst wenn wir etwas kennen, benennen können, die Essenz spüren, wissen wir, woran wir sind. SchamanInnen können sich der Unterstützung von Krafttieren, Ahnenwesen, Bäumen, Steinen, von Rasselklang und Trommelrhythmus erst sicher sein, wenn sie dazu eine wirkliche Verbindung haben. Das bedeutet viele Begegnungen und Übung. Und sie wissen, woher Unbehagen, Schwierigkeiten und Gefahren kommen könnten, weil sie sich dem schon gestellt haben. Mit Hilfe der schamanischen Wochentipps wird immer wieder trainiert, einen Zustand zu erreichen, in dem man sich persönliche Räume schaffen kann, in denen wir uns in jeder Lebenslage unabhängig von den äußeren Umständen wohl fühlen. Damit schaffen es Schamaninnen und Schamanen, einen Zustand zu erreichen, in dem sie in sich selbst „zuhause“ sind und damit in alles eingebunden sein können.
Kernsatz: Der Weise lebt still inmitten der Welt, sein Herz ist ein offener Raum. Laotse, Tao Te King
Westen:
Kraft der Visionen und der Realisation
Bei schamanischen Prozessen geht es sehr oft um Veränderung und Transformation. Unerwünschte Umstände, belastende (oft körperliche oder mentale) Zustände sollen gewandelt, zu einem „besseren“ geändert werden. Dahinter liegt immer ein Ausgleich verschiedener (oft einander entgegenwirkender) Kräfte.
Dies erfordert von schamanisch arbeitenden Menschen Kraft – auf körperlicher, mentaler, emotionaler und spiritueller Ebene. Wichtig ist hier vor allem die Vorstellungskraft: „If you can dream it, you can do it“. Erst wenn wir uns etwas vorstellen können, kann es auch Realität werden. Aber wieviel erträumen wir uns, ohne es jemals Realität werden zu lassen. Genauso wichtig ist daher die Umsetzungskraft. In indianischen Kulturen gibt es daher z.B. sehr große Zeremonien, wie die Sonnentänze, die den Menschen dabei behilflich sind, ihre „Träume wach zu tanzen“, also all das, das durch Visionskraft entstanden ist, auch tatsächlich zu verwirklichen.
Die schlechte Nachricht: Diese Fähigkeiten sind uns allerdings nicht in die Wiege gelegt, auch den traditionellen SchamanInnen nicht. Gleich zwei gute Nachrichten: Wir können das üben und erlernen. Und – wir sind nicht auf uns allein gestellt!
Schamanisch arbeitende Menschen nützen eine Vielzahl an Kraftquellen. Sie nehmen Kontakt zu helfenden und unterstützenden Kräften in der Natur und in spirituellen Welten auf. (Näheres dazu auch in den Kapiteln „Die 20 Kräfte der Welt“ sowie „Die Krafttierreise“ im Audio-Workshop „Der Unsichtbare Schamane“). Sie nutzen ihre Sinne, um auf vielfältigste Art wahrzunehmen und daraufhin sinnvoll zu wandeln, zu drehen, auszugleichen, zu transformieren (gute Anregungen dazu auch im Kapitel „Die schamanischen Sinne“ im Audio-Workshop „Der Unsichtbare Schamane“).
In den schamanischen Wochentipps geben wir Anregungen, um das Potential der Visions-, Umsetzungs-, und Transformationskraft zu veranschaulichen und zu fördern.
Kernsatz: Manche Menschen sehen die Dinge, so wie sie sind – und fragen: Warum? Ich erträume Dinge, die es noch nie gegeben hat, und frage: Warum eigentlich nicht?” George Bernard Shaw
Nordwesten:
Respekt und Resonanz
Jede Lebensform hat das Recht auf ihr Dasein und ihre eigene Bestimmung. In Kulturen, in denen schamanische Traditionen lebendig sind, ist das ganz selbstverständlich. Dies wurzelt in dem tiefen Bewusstsein, dass alles mit allem verbunden ist. Aus dieser Einsicht erwächst Respekt gegenüber der ganzen Schöpfung und das Verständnis für die „Andersartigkeit von anderen“. Mit dieser Grundhaltung wird auch immer wieder das eigene Sein (inklusive Probleme, Leid, Verletzungen, individuelles Unbehagen) relativiert. In unserem Alltagsbewusstsein betrachten wir die Welt meist durch unsere ganz eigene Brille, bewerten, haben unsere Erfahrungen aus denen auch Vorurteile wachsen können, richten unsere Aufmerksamkeit auf ganz bestimmte Dinge, lassen anderes außer Acht.
In der „schamanischen Welt“ allerdings werden diese Filter der Wahrnehmung weitestgehend weg gelassen. Es geht nicht mehr um Vergleichen, Bewerten, Beurteilungen oder Selbstwichtigkeit (mehr dazu auch im Kapitel „Die 7 Hellen und 7 Dunkle Pfeile“ im Audio-Workshop „Der unsichtbare Schamane“). Erst diese neutrale Einstellung ermöglicht ganzheitliches Fühlen, Denken und Handeln. Viele spirituelle Richtungen üben sich daher in allererster Linie in den Disziplinen der Hingabe und Leere
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Auch moralische Werte, die von Menschen gemacht worden sind, sind zumeist Filter, die vieles unmöglich machen. Sie stellen daher für SchamanInnen keine Richtlinien dar. In den meisten schamanischen Schulen existieren daher nur einige wenige „kosmische“, „heilige“ oder „universelle“ Gesetze, denen sich schamanisch lebende Menschen verpflichtet fühlen (siehe dazu auch die Richtung Nordwesten im Kapitel „Die 20 Kräfte der Welt“ im Audio-Workshop „Der unsichtbare Schamane“).
SchamanInnen aller Traditionen sind sich nicht nur ihrer Taten, sondern vor allem auch der Kraft ihrer Gedanken bewusst. Wir alle senden ständig – ob wir es wollen oder nicht – Impulse nach außen. Diese treffen auf Resonanzfelder anderer und bringen sie zum Schwingen. Das beinhaltet auch, dass wir von jenen Energien angezogen werden, die möglichst schnell mit unserer eigenen Energie mitschwingen. Denn: Energie folgt unserer Aufmerksamkeit: je nachdem, worauf wir sie lenken, das wird gestärkt. Es liegt in unserer Entscheidung, was wir aussenden und anziehen! Die moderne Psychologie kennt die Begriffe Spiegelneuronen und Resonanzgesetz. Ein Wissen, das in uralten schamanischen Traditionen bereits bekannt ist. Schamanisch lebende und arbeitende Menschen wenden dies gezielt an, um Balance und Einklang herzustellen. Und können so oft unglaubliche Heilungs- und Transformationsprozesse für einzelne und das Kollektiv bewirken. Eine wesentliche schamanische Grundhaltung liegt also in der Wertschätzung für alle Lebensformen – in Gedanken, Gefühlen und Taten. Im übrigen – zu diesen vielfältigen Lebensformen gehörst du auch selbst! Der Respekt gilt also auch dir selbst, deinem Leben und Wachstum und allem, was dich ausmacht.
Eine Reihe von schamanischen Wochentipps bietet spannende und erhellende Experimente, die dieses Wissen veranschaulichen und erlebbar machen.
Kernsatz: Von der Natur aus gibt es weder Gutes noch Böses. Diesen Unterschied hat die menschliche Meinung gemacht. Sextus Empiricus, gr. Philosoph, 2. Jhd. n. Chr.
Norden:
Ursache und Wirkung / Absicht und Loslassen
Eine der wichtigsten Anforderungen an schamanisch handelnde Menschen in vielen Traditionen ist, dass sie volle Verantwortung für ihr Handeln übernehmen – in allen Realitäten und über viele Generationen hinweg.
Wir sind nicht alleine auf der Welt, sondern beeinflussen mit allem, was wir tun, andere Menschen oder Lebensformen. Schamanisch lebende Menschen haben diesen Zusammenhang von Ursache und Wirkung tief in ihrem Bewusstsein verankert. Gerade wenn man mit schamanischen Techniken arbeitet, die auch andere Menschen betreffen (z.B. bei Heilungsprozessen), ist die Wirkung des Handelns (oder Nichthandelns) besonders sorgfältig zu überprüfen. In diesem Zusammenhang sei auch erwähnt, dass SchamanInnen nur und ausschließlich Ursache von Wachstum und Heilung anderer Menschen sind, wenn sie von diesen ausdrücklich darum gebeten werden. In den schamanischen Wochentipps beschäftigen wir uns ausführlich mit dem Trainieren von Weitsicht und Absicht. SchamanInnen handeln absichtsvoll. Sie formulieren bei ihren Handlungen ein Ziel, hinterfragen, worum es wirklich geht, was der tiefere Grund ist, dieses Ziel erreichen zu wollen, welche Auswirkungen es auf andere hat und entwickeln schließlich unterschiedliche Strategien, wie sie dies erreichen.
Sie bleiben diesen Zielen treu, sind dabei aber nicht starr sondern wissen, wann die Zeit gekommen ist, auch loszulassen, es dem großen Ganzen anzuvertrauen.
Kernsatz: Lebe die Ursache. Strebe nicht nach der Wirkung
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Nordosten:
Flexibilität
Bei ihrer Arbeit ist es für Schamanen und Schamaninnen unerlässlich, flexibel in ihrer Wahrnehmung, in ihrem Fühlen, Denken und Handeln sein. Sie folgen zwar meist einer traditionellen Lehre, greifen auf den Erfahrungsschatz zahlreicher Generationen zurück, verwenden erprobte Abläufe bei Zeremonien, Behandlungen, schamanischen Reisen u.s.w., klammern sich aber nicht daran.
Denn gerade im schamanischen Handeln ist Unvorhergesehenes an der Tagesordnung. Wenn SchamanInnen also damit in Reibung gehen würden, dass das Wetter missgünstig ist, der Mensch, mit dem sie es gerade zu tun haben, eigenartig riecht, das Feuer nicht so brennt, wie sie es gerne hätten, wenn eine wichtige zeremonielle Zutat fehlt – dann sind sie dem, was wir das „Ego“ oder auch „niederes Selbst“ nennen, ausgeliefert. Und damit wird vermutlich alles blockiert, was in einem guten Fluss sein sollte. Es geht bei schamanischen Handlungen also viel weniger um die Umsetzung von erlerntem Wissen sondern um den Fluss des Geschehenlassens. Was es dazu braucht, ist vor allem die Bereitschaft, sich immer wieder auf Neues einzustellen, scheinbar widrigen, seltsamen oder auch beängstigenden Umständen ohne Filter von Verstand und Bewertungen mit spontanen und intuitiven Aktionen zu begegnen. Damit wird jegliche Möglichkeit und „Unmöglichkeit“ offen gelassen. Doch auch diese Grundhaltung erfordert Übung, viel Übung! Es geht dabei vor allem darum, sich mit möglichst vielem vertraut zu machen. Wer weiß, wie das Leben in seinen vielen Ausprägungen „schmeckt“, den wird auch ein neuer, völlig unvermuteter Geschmack nicht sofort aus der Bahn werfen (siehe auch „Südwesten“). Wer beizeiten übt, sich in vielen unterschiedlichen Rollen zurecht zu finden, dem wird es bei schamanischen Handlungen auch viel leichter fallen, spontan eine andere Haltung, einen andere Zugangsweise einzunehmen. Mit anderen Worten – merkt man, dass Rasseln nicht zielführend ist, dann ist es vielleicht der Schrei eines Adlers, das Zischen einer Schlange, der Tanz auf einem Bein oder ganz völlig anderes. In indianischen Traditionen nennt man dies die Kunst des Gestaltwandelns (auch: Shape Shifting).
In den schamanischen Wochentipps gibt es Anleitungen dazu, Neuem, Unbekannten zu begegnen, wir machen uns vieles vertraut und probieren in vielfältiger Weise aus, einfach anders zu sein.
Kernsatz: Wenn du das tust, was du immer getan hast, wirst du das bekommen, was du schon immer bekommen hast.
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Osten:
Wachstum / Entfaltung des Potentials
SchamanInnen bleiben Lernende und SchülerInnen der Schöpfung – ein Leben lang. Sie sind sich bewusst, dass sie nie „fertig“ sind, dass es immer eine weitere Dimension gibt, auf die sie sich einlassen können. Wenn wir von „Dimensionen“ sprechen, dann stellen sich die meisten von uns großartige, weit entfernte Dinge in Raum und Zeit vor. Die wesentlichsten Dimensionen liegen allerdings in uns. So heißt „schamanisch leben“ immer mehr zum eigenen inneren Kern vorzudringen, um aus diesem zu handeln.
Das hat in vielen Traditionen andere Bezeichnungen: Erleuchtung, Ganz-Sein, das Streben nach dem ungehinderten Fließen des Chi, der Lebensenergie, aus dem „Höheren Selbst“ heraus leben und handeln.
Das mit dem „Höheren Selbst“ ist ja so eine Sache. Das hat nämlich einen sehr aberwitzigen Gegenspieler, den wir alle kennen, das sogenannte „Niedere Selbst“ oder auch „Ego“. Das ist überhaupt nichts Schlechtes, sondern das, was uns auch am Leben erhält, sich meldet, wenn es zu kalt, zu warm ist, wenn wir essen, trinken oder schlafen sollen u.s.f. Das ist bei SchamanInnen nicht anders. Allerdings kann dieses Ego schreien und kreischen wie ein Kind in der Trotzphase und uns von dem ablenken, worum es (auch) in unserem Leben gehen sollte, vor allem wenn man nach „Ganz-Sein“, nach Glück, Harmonie, Eingebunden-Sein strebt.
Wie auch bei allem anderen, geht es hier um Balance und Harmonie. Die Ausrichtung und Aufmerksamkeit auf das Höhere Selbst heißt nicht, dass das Ego stirbt und aufhört, unsere Aufmerksamkeit zu beanspruchen. Es wird jedoch immer weniger Angst und Verwirrung erzeugen. Es wird leiser werden und andere Anteile im Innen und Außen können so wahrgenommen werden. Wir kennen alle Menschen, von denen wir das Gefühl haben, dass sie in sich ruhen. Das ist auch eines faszinierenden Merkmale von Menschen in schamanischen Traditionen. Denn daraus können wir letztlich unser ganzes Potential entfalten.
Spirituelle Richtungen sprechen davon, dass wir dann aus der Illusion des Getrenntseins erwachen und unsere untrennbare Einheit mit allem was ist erkennen.
Ein guter Weg zu dieser inneren Entwicklung sind Meditationen aller Art, Achtsamkeitsübungen und Zeremonien (siehe dazu auch das Kapitel „Einführung in Zeremonien“ und die vielen Zeremonien zu den unterschiedlichen Kapiteln im Audio-Workshop „Der unsichtbare Schamane“).
In den schamanischen Wochentipps stellen wir immer wieder Möglichkeiten vor, die uns die spannende Reise in andere (innere und äußere) Dimensionen ermöglichen, uns erweitern und damit wachsen lassen..
Kernsatz: Ich bin nur ein kleiner Teil eines Universums, doch trage ich ein ganzes Universum in mir.
Südosten:
Humor, Narretei
In vielen schamanischen Traditionen ist dies ein eigener Bereich, der von ganz speziell dafür geeigneten und ausgebildeten Menschen ausgeführt wird. In indianischen Traditionen ist die „Heyoka-Kraft“ bekannt. Menschen, die sich dieser Kraft bedienen, machen immer alles anders – Bei Hitze laufen sie in dicke Pelze eingehüllt herum, bei Kälte nackt, wenn alle weinen lachen sie, wenn etwas sehr ehrfürchtig ist, macht sie eine unanständige Geste u.s.w. Damit zeigen sie immer eine andere Rolle, eine andere Möglichkeit auf, die zum ‘normalen’ Verhalten im Gegensatz liegt. In Candomblé (einer afro-brasilianische Religion) gibt es die Gottheit Eshu, die eine ähnliche Funktion hat und vor allem auch für das Unerwartete steht, das aus eingefahrenen Bahnen wirft und damit werden schamanische Prozesse oft erst möglich. Auch unser Kulturkreis kennt solche Charaktere – Till Eulenspiegel, Hofnarren, der „Liebe Augustin“ in Wien oder der „Dumme August“ im Zirkus, die Romanheldin Pippi Langstrumpf. In der modernen Psychologie würden wir das am besten mit „paradoxer Intervention“ beschreiben.
Von Heilern aus dem Mittelalter ist überliefert, dass sie neben ihren fachlichen Qualifikationen immer auch Gaukler waren, die zu allgemeinen Erstaunen und Belustigung beigetragen haben. Cliniclowns zeigen heute, wie wichtig das für einen Heilungsprozess sein kann.
Ein wenig dieser Kraft ist in jedem schamanisch denkenden, fühlenden und arbeitenden Menschen. Er nimmt sich zu einem selbst nicht zu ernst und erringt zum anderen dadurch auch die Meisterschaft des Perspektivenwechsels.
Die für viele möglicherweise schwierigsten schamanischen Wochentippswerden jene dieser Disziplin sein. Aber nur Mut – alle, die sich darauf einlassen, können die vergnüglichsten Stunden ihres Lebens erleben!
Kernsatz: Falle aus der Rolle, sonst rollst du in die Falle Luisa Francia
Zentrum:
Sexualität und Leere
Der Ursprung allen Lebens ist die Schöpfungskraft, die in allen Kulturen als „heilig“ angesehen wird. Das ist jedoch nicht etwas, was vor langer Zeit einmal geschehen ist, diese Schöpfungskraft zeigt sich als Lebenskraft in allen und allem. Ausdruck dieser schöpfenden und lebendigen Kraft ist die Sexualität, aus der heraus Neues entstehen kann. SchamanInnen verstehen und anerkennen diese Kraft in ihren vielfältigen Ausprägungen als Ursprung allen Seins. Ohne Sexualität gäbe es kein Leben, weder bei Pflanzen, Tieren oder Menschen. In vielen Religionen und spirituellen Richtungen wird auch die Entstehung der Welt als Folge eines sexuellen Aktes gesehen (vgl. dazu auch „Die Schöpfungsgeschichte“ im Audio-Workshop „Der unsichtbare Schamane“). Sexualität berührt unsere tiefsten Ebenen des Seins, dies wird von schamanisch lebenden Menschen anerkannt. Sie begegnen ihrer Umwelt daher auch als „sinnliche“ Wesen. Daher befindet sich auch im Zentrum des Medizinrades die Sexualität, denn zum einen dreht sich letztendlich alles darum, zum anderen löst sich in ihr alles auf – im Augenblick höchster sexueller Ekstase auch jegliches „Ego“. Dies führt zu einem Zustand der großen „Leere“, die wiederum als „Ur-Mutter allen Seins“ bezeichnet werden kann. In schamanischen und spirituellen Traditionen wird durch zahlreiche Übungen, Praktiken und Meditationen dieser Zustand bewusst herbeigeführt und perfektioniert. Schamanisch arbeitende Menschen müssen die Fähigkeit entwickeln können, sich leer zu machen, aus ihren Filtern, Weltanschauungen, Erfahrungen herauszutreten und Geschehnissen wie ein unbeschriebenes Blatt gegenüber zu treten. Denn erst damit kann sich die Chance für völlig neue völlig andersartige Gestaltungsmöglichkeiten eröffnen.
Kernsatz: Wenn Sie eine Reise in sich selbst hinein unternehmen, sich all des Inhalts entledigen, den Sie angesammelt haben, und ganz, ganz tief eindringen, dann ist da dieser weite Raum, die sogenannte Leere, die voller Energie ist. Krishnamurti



Der “Unsichtbaren Schamanen” lehrt mit einfachen Worten, wie man den spirituellen Pfad zu sich selbst öffnet und seinen eigenen Talenten bewusst wird. Ich habe mir die CD´s auf mein ipod geladen und höre sie mir am liebsten an, wenn ich mit meinem Hund durch den Wald spazieren gehe. Spielend leicht wird sehr wertvolles Wissen vermittelt, welches jeder von uns von Geburt an in sich trägt, mit der Zeit aber wieder vergessen hat. Danke, dass wir unserer Sinne, Intuition und Geisteskraft wieder bewusst werden dürfen, und danke, dass uns der Respekt vor Mutter Erde wieder gelehrt wird.
Alles Liebe, Isabell