Wachstum / Entfaltung des Potentials
SchamanInnen bleiben Lernende und SchülerInnen der Schöpfung – ein Leben lang. Sie sind sich bewusst, dass sie nie „fertig“ sind, dass es immer eine weitere Dimension gibt, auf die sie sich einlassen können. Wenn wir von „Dimensionen“ sprechen, dann stellen sich die meisten von uns großartige, weit entfernte Dinge in Raum und Zeit vor. Die wesentlichsten Dimensionen liegen allerdings in uns. So heißt „schamanisch leben“ immer mehr zum eigenen inneren Kern vorzudringen, um aus diesem zu handeln.
Das hat in vielen Traditionen andere Bezeichnungen: Erleuchtung, Ganz-Sein, das Streben nach dem ungehinderten Fließen des Chi, der Lebensenergie, aus dem „Höheren Selbst“ heraus leben und handeln.
Das mit dem „Höheren Selbst“ ist ja so eine Sache. Das hat nämlich einen sehr aberwitzigen Gegenspieler, den wir alle kennen, das sogenannte „Niedere Selbst“ oder auch „Ego“. Das ist überhaupt nichts Schlechtes, sondern das, was uns auch am Leben erhält, sich meldet, wenn es zu kalt, zu warm ist, wenn wir essen, trinken oder schlafen sollen u.s.f. Das ist bei SchamanInnen nicht anders. Allerdings kann dieses Ego schreien und kreischen wie ein Kind in der Trotzphase und uns von dem ablenken, worum es (auch) in unserem Leben gehen sollte, vor allem wenn man nach „Ganz-Sein“, nach Glück, Harmonie, Eingebunden-Sein strebt.
Wie auch bei allem anderen, geht es hier um Balance und Harmonie. Die Ausrichtung und Aufmerksamkeit auf das Höhere Selbst heißt nicht, dass das Ego stirbt und aufhört, unsere Aufmerksamkeit zu beanspruchen. Es wird jedoch immer weniger Angst und Verwirrung erzeugen. Es wird leiser werden und andere Anteile im Innen und Außen können so wahrgenommen werden. Wir kennen alle Menschen, von denen wir das Gefühl haben, dass sie in sich ruhen. Das ist auch eines faszinierenden Merkmale von Menschen in schamanischen Traditionen. Denn daraus können wir letztlich unser ganzes Potential entfalten.
Spirituelle Richtungen sprechen davon, dass wir dann aus der Illusion des Getrenntseins erwachen und unsere untrennbare Einheit mit allem was ist erkennen.
Ein guter Weg zu dieser inneren Entwicklung sind Meditationen aller Art, Achtsamkeitsübungen und Zeremonien (siehe dazu auch das Kapitel „Einführung in Zeremonien“ und die vielen Zeremonien zu den unterschiedlichen Kapiteln im Audio-Workshop „Der unsichtbare Schamane“).
In den schamanischen Wochentipps stellen wir immer wieder Möglichkeiten vor, die uns die spannende Reise in andere (innere und äußere) Dimensionen ermöglichen, uns erweitern und damit wachsen lassen..
Kernsatz: Ich bin nur ein kleiner Teil eines Universums, doch trage ich ein ganzes Universum in mir.

